Antisemitismusprävention im Sport: Ein praxisorientierter Workshop für Makkabi Frankfurt

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Am Mittwoch, den 26. Juni 2024 nahmen zahlreiche Trainerinnen und Trainer von Makkabi Frankfurt an einem wichtigen praxisorientierten Antidiskriminierungsworkshop von MAKKABI Deutschland teil. Unter dem Titel “Diskriminierung im Sport – Erkennen und Handeln als Trainer/in” leiteten Alice Reitz, Clara-Sophia Müller und Mortimer Berger der Bildungsinitiative Zusammen1 den Workshop an.

Zwischen den vom Alter, Wissensstand und Sportarten vielfältigen Teilnehmenden entstand gleich zu Beginn ein reger Austausch. Unsere teilnehmenden Makkabäer trainieren Kinder und Jugendliche in verschiedenen Sportarten. Sie teilen bereits eine hohe Sensibilität und ein starkes Interesse an Phänomenen der Diskriminierung, im Besonderen dem Antisemitismus. Gleich zu Beginn wurde durch interaktive Methoden deutlich, dass die eigene Erfahrung mit Diskriminierungen in und außerhalb des Sports und dem eigenen Training für sie nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist.

Anschließend wurde die in Frankfurt angesiedelte Bildungsinitiative Zusammen1 vorgestellt. Die Initiative wirkt mit antisemitismuskritischen Bildungsmaßnahmen sowohl in den Verband und die Vereine hinein, als auch bundesweit in den organisierten Sport. Danach folgte ein interaktives Quiz über Jüdisches Leben in Deutschland, mit einigen neuen Erkenntnissen für die Teilnehmenden und regem Wissensaustausch. Unklare Begriffe und Fragen wurden offen und angstfrei angesprochen und fachlich erläutert. Der Diskriminierungsbegriff und die Frage, warum solche Tendenzen besonders im Sport auftauchen und eine Problemlage darstellen, wurde sodann wissenschaftlich fundiert aufbereitet und den Teilnehmenden verständlich vermittelt.

Da der Schwerpunkt des Workshops auf der Antisemitismusprävention lag, wurde auch dieser Begriff und seine Erscheinungsformen mit anschaulichen sportbezogenen Beispielen illustriert. Besonders der israelbezogene Antisemitismus stellte sich als aktuelles Problemfeld für die Teilnehmenden dar – mitsamt den Herausforderungen eines angemessenen Umgangs und Einschreitens. Viele Stimmen meldeten sich zu Wort und berichteten aus ihren Perspektiven und Erfahrungen angesichts des steigenden Antisemitismus in der Gesellschaft und in der Stadtgesellschaft Frankfurts.

Im Herzstück des Workshops wurden die Makkabäer abermals selbst aktiv und erarbeiten anhand von konkreten Fallbeispielen aus dem Trainingskontext, wie sie in der jeweiligen Situation konkret reagieren könnten. Sie arbeiteten in den Kleingruppen mit hoher Motivation und Konzentration an einer Verbesserung ihres Handlungsspielraums gegen Antisemitismus und andere Diskriminierungen. Gegen Ende des Workshops, in der offenen Diskussion, kristallisierte sich unter anderem der Wunsch nach einem konkreten Handlungsleitfaden für Trainerinnen und Trainer bei derartigen Fällen heraus. Weitere Überlegungen waren, wie man diese Inhalte den trainierenden Kindern vermitteln könne und ob es möglicherweise einen Workshop für die Eltern bräuchte. Es zeigte sich, wie dringend dieses Thema für unseren Verein ist und, dass es vereinsinterne Strategien und Strukturen bedarf, um die Trainerinnen und Trainer in ihren Aufgaben zu unterstützen und sie auch selbst vor Diskriminierung zu schützen. Die Vertreter von Zusammen1 boten dafür perspektivisch ihre Hilfe an und betonten ihre ständige Ansprechbarkeit für die Makkabäer. Explizit verwiesen die Bildungsreferenten auf die Meldestellen für antisemitische Vorfälle in Hessen und bundesweit, sowie auf psychosoziale Beratungsangebote.

Wir bedanken uns beim Bildungsteam von Zusammen1 und MAKKABI Deutschland für den gelungenen Workshop.

 

Fotos: Sascha Gnatjuk | TuS Makkabi Frankfurt e.V.

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