Innenminister Roman Poseck hat gestern einen Förderbescheid an den TuS Makkabi Frankfurt e.V. überreicht. Die Übergabe fand auf der neuen Sportanlage des Vereins statt, die sich derzeit in der finalen Bauphase befindet. Gefördert wird das Projekt „Antisemitismusbekämpfung im hessischen Sport – Aufbau eines Bildungs- und Präventionszentrums“ von Zusammen1 Hessen im Rahmen der dritten Förderperiode (2025–2029) des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“. Mit dieser Förderung setzt das Hessische Innenministerium ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und für die Stärkung demokratischer Werte im Sport. Für TuS Makkabi Frankfurt bedeutet dies einen entscheidenden Schritt, um die präventive Bildungsarbeit von Zusammen1 in Hessen strukturell zu verankern und den organisierten Sport langfristig zu stärken.
Zusammen1 ist die Bildungsabteilung von MAKKABI Deutschland und arbeitet an der Schnittstelle von Sport, politischer Bildung und Antidiskriminierungsarbeit. Durch das Projekt kann nun gezielt in Hessen Antisemitismus im Sport präventiv bekämpft werden – durch Trainings, Workshops und konkrete Unterstützungsangebote für Vereine, Verbände und Aktive. Dabei nutzt Zusammen1 den Sport gezielt als Raum für Begegnung, Stärkung jüdischer Identität und demokratische Bildung.
Der deutliche Anstieg antisemitischer Vorfälle in Deutschland – sichtbar etwa in den Lagebildern der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) oder den Mitte-Studien – macht auch vor dem Sport nicht halt. Als gesellschaftlicher Mikrokosmos reproduziert Sport bestehende Ressentiments, bietet zugleich aber einen einzigartigen Handlungsraum für Intervention. Antisemitismuskritische Bildungsarbeit ist deshalb keine optionale Ergänzung, sondern eine strukturelle Notwendigkeit. Gerade weil Sport Begegnung, Emotion und Zugehörigkeit verdichtet, entscheidet sich hier exemplarisch, ob demokratische Werte praktisch wirksam werden – oder ob Ausgrenzung unwidersprochen bleibt.
Die Übergabe wurde wie folgt kommentiert:
„Sport verbindet und er stärkt unsere Demokratie. Mit der Förderung des TuS Makkabi Frankfurt e.V. investieren wir in eine klare Haltung gegen Antisemitismus und dafür, dass Vielfalt und Respekt im hessischen Sport gelebt werden.“
Prof. Dr. Roman Poseck, Hessischer Innenminister
„Gerade in Sportvereinen – auch in Hessen mit über zwei Millionen Mitgliedern – treffen unterschiedlichste Lebensrealitäten aufeinander. Das schafft großes Potenzial für Begegnung, stellt Vereine und Verbände aber auch vor Herausforderungen im Umgang mit Antisemitismus und Diskriminierung, besonders bei begrenzten Ressourcen. Zusammen1 zeigt seit Jahren, was möglich ist, wenn Antisemitismusbekämpfung präventiv, praxisnah und niedrigschwellig im Sportalltag ansetzt – mit pädagogischen Trainings, Workshops und Ansprechstrukturen für Betroffene. Dass die Angebote durch die Förderung kostenfrei zugänglich sind, ist entscheidend, um viele Akteur*innen zu erreichen und demokratische Werte nachhaltig im Sport zu stärken.“
Luis Engelhardt, Leiter von Zusammen1
„Antisemitismus ist auch im Sport keine Randerscheinung, sondern eine reale Herausforderung – er wirkt unabhängig davon, ob er offen oder subtil geäußert wird. Gerade weil der Sport ein zentraler gesellschaftlicher Begegnungsraum ist, braucht es hier klare Haltung, Sensibilisierung und konkrete Handlungskompetenz. Der Sport ist damit Teil des Problems – und zugleich Teil der Lösung. Die Förderung auf Landesebene ist ein starkes und wichtiges Signal für uns als jüdischer Sportverein: Hessen übernimmt Verantwortung und schafft konkrete Voraussetzungen, um Antisemitismus im Sport nachhaltig zu begegnen. Dass Hessen hier eine bundesweite Vorreiterrolle einnimmt, ist nicht selbstverständlich. Umso größer ist unsere Dankbarkeit für diese Unterstützung, die es ermöglicht, wirksame Bildungsarbeit gegen Antisemitismus im Sport langfristig zu verankern und in die Breite zu tragen.“
Alon Meyer, Präsident von MAKKABI Deutschland & TuS Makkabi Frankfurt e.V.
Fotos: Noël Dodel



