Makkabi Frankfurt besucht die Gedenkstätte Buchenwald

Anlässlich der UEFA EURO 2024 in Deutschland hat die DFB-Kulturstiftung mit dem World Jewish Congress und der NGO what matters ein besonderes Angebot entwickelt. Unter dem Titel „Fußball und Erinnerung“ bieten bundesweit Gedenkstätten spezielle Angebote zum Thema Sport.

Makkabi Frankfurt, zusammen mit dem Antisemitismuspräventions-Programm „Zusammen1″ von MAKKABI Deutschland und der gemeinnützigen GmbH „what matters“, nutzte dieses Angebot und bot am Sonntag, 9. Juni 2024 eine Fahrt in die KZ-Gedenkstätte Buchenwald an. Früh am Sonntagmorgen versammelten sich 35 Interessierte und traten gemeinsam die Busreise nach Weimar an. Die Gruppe setzte sich sehr vielfältig aus aktiven Sportlerinnen und Sportlern, Mitarbeitenden der Geschäftsstelle, Trainerinnen und Trainern von Makkabi Frankfurt sowie Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Frankfurt zusammen. Die verschiedenen Lebenswelten und Perspektiven der Teilnehmenden ermöglichten einen regen Austausch.

Während der dreistündigen Hinfahrt konnten sich die Teilnehmenden anhand der Biographien von Julius und Max Lehmann sowie Emil Stelzer, einen ersten Zugang zum Thema und der KZ-Gedenkstätte erarbeiten. Julius und Max Lehmann spielten als geborene Frankfurter Fußball für die Eintracht. Emil Stelzer war wiederum in der Turngemeinde aktiv. Ihre Biographien erzählen vom Ausschluss aus ihrem Sportverein, dem Untertauchen und der Verfolgung bis zur Inhaftierung und gar Ermordung in Buchenwald.

Nach der Ankunft in der Gedenkstätte informierte sich die Gruppe zunächst über die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers. In einem halbstündigen Film wurde die Entstehung und Transformation zur Gedenkstätte nachskizziert. Nach einer einführenden Begrüßung durch die jeweiligen Guides der Gedenkstätte haben sich die Teilnehmenden in Kleingruppen und unterschiedlichen Workshop-Räumen über ihre Emotionen, Erwartungen und Befürchtungen ausgetauscht. In einigen Gruppen wurde ein besonderer Fokus auf den Sport in der Zeit des Nationalsozialismus gelegt.

Im Anschluss wurden die Gruppen durch die Guides über das Gelände geführt. Die Rundgänge waren dabei auf die individuellen Fragestellungen, Interessen und das Vorwissen der Teilnehmenden abgestimmt und fokussierten ganz unterschiedliche Aspekte der Gedenkstätte. Somit konnte auf die Teilnehmenden sehr individuell eingegangen und allen eine einprägsame und zugleich wertvolle erinnerungskulturelle Erfahrung ermöglicht werden. Der Tag endete mit einem würdevollen gemeinsamen Gedenken, einer Kranzniederlegung und der Reflektion der gemachten Erfahrungen vor dem Kontext unserer gegenwärtigen Verantwortung für eine Demokratie, die sich für Vielfalt und Gleichberechtigung einsetzt.

Diese schwierige und zugleich wichtige Erfahrung gemeinsam gemacht zu haben, war für uns als jüdischer Sportverein ein prägendes Ereignis. Sowohl die Teilnehmenden als auch das Organisations-Team sind dankbar dafür, diese Erfahrung gemeinsam gemacht zu haben. Eine lebendige Erinnerungsarbeit, die kritische Auseinandersetzung mit der Shoah und natürlich auch die Bekämpfung von Antisemitismus in seinen gegenwärtigen Formen müssen ein Fundament unserer Vereinskultur sein. Wir bedanken uns bei allen Personen und Organisationen, die diese Fahrt ermöglicht und mit Leben gefüllt haben. Makkabi Chai – Makkabi lebt!

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Makkabi Frankfurt ist nicht nur der größte jüdische Turn- und Sportverein Deutschland, sondern mit über 4.000 aktiven Mitgliedern einer der größten Vereine in der Mainmetropole. Der Sport ermöglicht es uns, Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen, Stereotypen entgegenzuwirken, Begegnungen zu schaffen und kulturübergreifend Brücken zu bauen.

Zusammen1 ist ein Präventionsprojekt von MAKKABI Deutschland im Rahmen des Förderprogramms „Demokratie Leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland. Zusammen1 hat sich zum Ziel gesetzt, den organisierten Sport nachhaltig stark gegen Antisemitismus zu machen und dieser komplexen Problematik mit innovativen und passgenauen Bildungsangeboten zu begegnen.

„what matters“ ist eine gemeinnützige Organisation und unterstützt Unternehmen und Verbände dabei eine Haltung zu gesellschaftlichen Themen wie Antisemitismus, Rassismus oder Diskriminierungen zu entwickeln und diese in ihrer Organisation zu implementieren. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Fußball und Erinnerung“ im Rahmen der UEFA EURO 2024, im Rahmen dessen vielfältige erinnerungskulturelle Projekte an Gedenkstätten in ganz Deutschland realisiert werden.

Der World Jewish Congress (WJC) ist eine internationale Vereinigung von jüdischen Gemeinschaften und Organisationen und half uns im Rahmen des Projekts „Fußball und Erinnerung“ eine Brücke zu schlagen von der historischen Verantwortung des deutschen Fußballs in die Gegenwart für eine gelebte Demokratie.

 

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