Wiedersehen mit alten Bekannten

Es ist noch gar nicht lange her, als Nikola und Luka Radenkovic aus Dietzenbach das blau-weiße Dress von Makkabi anhatten und für unseren Verein in der Regionalliga aufliefen. Zurück daheim in, übernahm der ältere Bruder (Nikola) die Funktion des Abteilungsleiters und Spieler-Trainers bei den Devils, während der jüngere (Luka) immer mehr in die Rolle des Team Leaders und eines two-way-players (exzellent in Offense und Defense) hineinwuchs. Traditionell spielt der SC Steinberg in einer möglichst starken Formation gegen Makkabi, was immer spannende Duelle bedeutete mit einem großen Handicap der Frankfurter – Körperlänge. Mittlerweile ist dies nicht mehr der Fall und Makkabi rechnete sich für diese Partie etwas aus. Trotzdem hatte man das Problem der schlechten Trainingswoche, als die meisten Spieler im Kader krank waren oder Blessuren auskurieren mussten.

Die Offensive von Makkabi startete schon gewohnt schläfrig. Man spielte die eigenen Plays nicht bis zum Ende durch und ging nicht zum Offensivrebound, was keine zweiten Wurfchancen bedeutete. Hinten rotierte man defensiv falsch und ließ einen Durchstecker nach dem anderen zu. Beim Rückstand von 10-17 wurde in der 7. Minuten die erste Auszeit genommen, welche den Rückstand bis zur Viertelpause ein wenig auf 15-21 verkürzen ließ.

Keinesfalls durfte man im gleichen Modus weiter fortfahren, wenn man den Wunsch des Heimsieges hegte. Doch es waren die Devils, die nachlegen konnten. In der zwölften Minute schraubten sie ihren Vorsprung auf 17-27 aus der Sicht der Gastgeber hoch, was eine erneute Auszeit nach sich rief. Makkabi stellte defensiv um, was sich im späteren Spielverlauf auszahlen sollte. Ein 14-5 Lauf mit fünf verschiedenen Scorern zeigte die mannschaftliche Geschlossenheit der Makkabäer und machte das Spiel wieder eng. In die Halbzeitpause konnte sich Steinberg mit einem 31-32 retten.

Im dritten Viertel schaukelten sich beide Teams zur ständig wechselnden Führung. Die Rotation verkürzte sich immer mehr, während beide Teams zusammen ihr bestes Viertel offensiv gesehen erlebten. Ins letzte Viertel ging Makkabi mit einer 53-48 Führung.

Mehrmals hatte Makkabi sich ein kleines Polster erarbeiten können. Mehrmals kam Steinberg zurück. In die letzte Spielminute gingen die Gäste mit einer Ein-Punkt-Führung. Makkabi vergab vorne und konnte sich hinten nur mittels eines Fouls helfen. Der Trainer der Gastgeber nahm seine letzte Auszeit und zeichnete einen Spielzug auf, falls der Führungsspieler der Gäste beide Freiwürfe versenken sollte. Dieser traf jedoch nur seinen zweiten, was die bevorstehende Aufgabe erleichterte. Makkabi lief seine Offense, vergab, kam erneut in Ballbesitz, versuchte einen schweren Wurf und traf ihn nicht und kam fünf Selunden vor dem Ende erneut in Ballbesitz. Unser Aufbauspieler schaukelte die Verteidigung der Gäste in der knapp verbliebenen Zeit auseinander und versenkte den Ausgleichstreffer mit der Schlusssirene zur lauten Freude der anwesenden Zuschauer.

Es ging in die Verlängerung. Diese fing mit toller Defense und mit Freiwurfsorgen an. Makkabi vergab viermal hintereinander von der Freiwurflinie, führte dennoch durch einen Korbleger mit zwei. Ausgleich Steinberg. Erneute Führung Makkabi. Ausgleich Steinberg. Erneute Führung Makkabi. Ausgleich Steinberg. Wie zwei Schwergewichtsboxer im Ring standen sich die beiden Teams im Makkabidome gegenüber. Es war wenig Kraft da, aber viel Wille. Die Punches landeten nacheinander, hin und her. In der letzten Spielminute behielt Makkabi die Nerven im Zaum und verwandelte vier Freiwürfe hintereinander. Sieben Sekunden vor dem Ende schien man unaufholbar vorne zu sein. Vier Punkte Vorsprung sollten reichen. Das sah Steinberg anders, verwandelte einen unmöglichen Dreier von der Mittellinie und der Vorsprung von Makkabi betrug nur noch einen Punkt. Einwurf – Foul – Trip an die Linie. Erster Freiwurf drin. Wichtig! Zweiter ging daneben, aber Steinberg hatte keine Zeit mehr für den letzten Punch. 79-77 Sieg in Verlängerung für Makkabi! Ein Spiel mit einem Wellenbad der Gefühle für Spieler und Zuschauer. Who got next?!

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