Herren 2 mit einem denkwürdigen Auswärtssieg

Das Rückspiel beim Ableger des Pro-B-Ligisten Hanau White Wings, war schon seit Monaten auf dem Kalender der Makkabäer rot markiert. Zu einen freute man sich auf ein Wiedersehen mit Sebastian Köhnert, der die letzten zwei Spielzeiten bei der Ersten Herren von Makkabi verbrachte und davor in der Pro B für die White Wings spielte. Zum anderen verlor Makkabi das Heimspiel denkbar knapp mit 63-64 daheim, dank zwei non-calls der Schiedsrichter in den letzten 30 Sekunden und eines absoluten Blackouts in den letzten 24 Sekunden, als der Trainer sich heiser schrie, die Gastgeber es jedoch trotzdem unterließen, den Gegner an die Freiwurflinie zu bringen, um sich selbst noch eine weitere Angriffschance zu geben.

Seitdem mauserte sich Hanau, eine Mischung aus sehr erfahrenen und jungen guten Spielern, welche z.T. schon in der Pro B mittrainieren dürfen und zum erweiterten Kader zählen, auf den zweiten Tabellenplatz. Die knapp zweitbeste Offensive der Liga mit 80 ppg verfügt über alles: sehr gefährliche Distanzschützen und bewegliche Bigs. Die Distanzschützen sollten die Makkabäer, welche kurz vor knapp drei Rotationssspieler für diese Partie verloren und sogar der Trainer sich ein Trikot überstülpen musste, als erste herausfordern. Alles, was Hanau in Richtung unseren Korb losließ, fand sein Ziel. Keiner der Drei-Punkte-Würfe war wirklich offen, aber schnelles Passspiel der Gastgeber bestrafte eine unordentliche defensive Rotation der Frankfurter gnadenlos. Gleichzeitig erwischte Makkabi einen sehr guten Start in der Offensive und führte sogar nach 4:30 mit 10-5, ehe Hanau blitzartig binnen anderthalb Minuten einen 12-0 Lauf hinlegte, welche Makkabi nur durch einen Zauberdreier aus dem Profibereich stoppen konnte. Bis zum Ende des Viertels wurden wieder munter Körbe ausgetauscht und nach 10 Minuten führten die Gastgeber mit 24-18.

Im zweiten Viertel verschloss Makkabi den Weg zum eigenen Korb, während vorne Zug um Zug zum Korb erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Hanau war jedoch aus der Distanz heiß gelaufen. Sebastian Köhnert erlebte in einem einzelnen Spiel seinen zweiten Frühling und packte seine gefährlichste Waffe aus. Flankiert durch einen überragenden Sven Jordan, schaffte es das Heimteam, zehn Dreier in der ersten Halbzeit im Korb von Makkabi zu versenken, und das bei einer unglaublich starken Trefferquote. Doch die Waage begann sich allmählich zu stabilisieren. Das zweite Viertel ging an Makkabi. Hanau führte jedoch noch mit 44-40 zur Halbzeit.

Es folgte ein eher defensiv geprägtes drittes Viertel. Makkabi stellte seine Verteidigung um. Die gefährlichen Distanzschützen aus der Gebrüder-Grimm-Stadt wurden weitestgehend abgemeldet. Dennoch konnte Hanau seinen Vorsprung auf zehn Punkte hochschrauben (51-41, 24. Minute). Was folgte, war Makkabi-Power pur. Das mit Abstand beste Defensivteam der Liga legte einen Kraftakt hin und gestattete in den nächsten knapp elf Minuten lediglich zwölf Punkte, während man selbst ganze 30 einnetzte. In der 35. Minute, nahm Hanau beim Stand von 63-71 eine Auszeit. Ein 12-3 Lauf für Hanau brachte beide Teams mit einem Punkt Vorsprung für die Gastgeber in die Crunchtime. Schnell fühlte man sich an das knappe Hinspiel erinnert. Würden die Nerven der Makkabäer flattern? Jein. Man kämpfte sich ran, eroberte die Führung, ließ jedoch Sekunden vor dem Ende einen Korb des Gegners zum. Schon seit einigen Minuten hatten die Makkabäer mit Müdigkit zu kämpfen. Der ohnehin von Ausfällen geplagte Kader, hatte bereits mit Foulsproblemen und weiteren Verletzungen im Spiel zu kämpfen, so dass man effektiv nur noch sieben Mann tief gehen konnte. Dies hatte Probleme beim Defensivrebound zur Folge, welche Hanau noch einen Ausgleich bescherten. Der letzte Wurf von Makkabi schrammte am Ziel vorbei und es ging in die Verlängerung.

Hanau erwischte den besseren Start und führte mit drei Punkten. Die anwesenden Zuschauer wurden zunehmend laut. Verbissen kämpfte sich Makkabi jedoch ran. Der Ball lief gut, die offenen Schützen wurden gefunden, Offensivrebounds wurden gekrallt. Ein Dreier 28 Sekunden vor dem Ende, brachte Makkabi mit zwei Punkten in Führung. Was jetzt folgte, war der Höhepunkt einer grausig gepfiffenen Partie. Hanau im Ballbesitz. Es gehen Körper an Körper, beide Spieler stolpern, der Verteidiger fällt um. Flopping! Technisches Fouls gegen Makkabi! Auf eine laute Nachfrage des Trainers der blau-weißen, was denn so einen Pfiff in dieser Phase des Spiels rechtfertigen könnte, kassierte auch er ein „T“! Dies gab Hanau die Möglichkeit, von der Freiwurflinie auszugleichen und den letzten Angriff ausführen zu können. Der erfahrenste White Wing schritt an die Linie… erster daneben… zweiter daneben. Makkabis Ziel war es nunmehr keine Dreier zuzulassen und nicht mehr zu foulen, denn es foulte ein weiterer Spieler aus. Mit wem sollte man denn weitermachen?! Aber erstmal musste Hanau einen Korb zum Ausgleich versenken, was es auch tat. Auszeit. Letzter Angriff Makkabi. Schlecht ausgespielt und… Hanau im Ballbesitz zwei Sekunden vor Schluss. Doch alle Passwege wurden zugemacht und der Angriff angewehrt.

Es ging in die zweite Verlängerung. Beide Teams waren sicherlich extrem müde, aber sehr mit Energie geladen und ließen sich diese Müdigkeit nicht anmerken. Die ersten sechs Punkte konnte Makkabi für sich verbuchen. War das der back breaker für Hanau? Oh, nein! Niemand war an diesem Tage gekommen, um zu verlieren. Auch wenn Makkabi in der letzten Minute mit fünf Punkten Differenz führen sollte, so schaffte es Hanau, ein Foul beim Dreier zu schinden und verwandelte eiskalt alle drei Freiwürfe. Gegenangriff Makkabi. Entgegen jeder Vernunft, ein früher Abschluss. Aber der Spieler in Aktion hat seine Sicht der Dinge. Foul. Zwei Freiwürfe. Beide gehen daneben. Man wehrt den nächsten Angriff der Hanauer ab und ist im Ballbesitz. Der Einwurf gelingt, doch die Hirn und Körper funktionieren nicht simultan und die Schiedsrichter übergeben Hanau den Ball für den letzten Angriff. Abgewehrt! Ein hail mary Wurf erreicht nicht sein Ziel! Ein Freundenschrei erschüttert das Konstrukt der Hanauer Pestalozzi Schule! Geschafft! Nach 50 (!) Minuten voller Kampf und teils hochklassigen Basketball, hat es Makkabi mit letzter Kraft geschafft, den Auswärtssieg zu entführen. Die letzten fünf verbliebenen Makkabäer machten das 99-101 für sich klar und sicherten nebenbei noch den direkten Vergleich. Heiße Dusche, Eistonne und zwei Tage Pause verordnete sich jeder selbst.

Mit diesem denkwürdigen Sieg, konnte Makkabi als Aufsteiger den dritten Tabellenplatz festigen. Zwar ist man nur einen Sieg von Platz 2 entfernt, aber die Bezirksliga ist dieses Jahr so stark und so eng, dass alle von Platz 3 bis Platz 9 noch im Fahrstuhl sitzen. Am 16.02. wird Makkabi um 18:15 daheim gegen den Tabellenführer aus Hofheim versuchen, seine Siegesserie nach Eintracht und Hanau auf drei auszubauen. Kein leichtes Unterfangen, denn Hofheim hat den Aufstieg in die Landesliga fest im Blick. Kommt in den Makkabidome und unterstützt unsere Basketballer!

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